01.12.2020

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Wer ist der Mann, der die Bank von Monte Carlo sprengte?

Vielleicht hast Du schon einmal den Song „Der Mann, der die Bank von Monte Carlo sprengte“ (Originaltitel: „The Man Who Broke The Bank At Monte Carlo“) gehört oder den gleichnamigen Film gesehen, in welchem Ronald Colman die Hauptrolle spielte. Eventuell hast Du auch schon das ebenfalls gleichnamige Buch gelesen. Auf jeden Fall wirst Du Dich jetzt fragen, wer der Mann ist, der die Bank von Monte Carlo gesprengt hat? Diese Frage ist einfach zu beantworten.

Der Mann, der die Bank von Monte Carlo gesprengt hat war ein Gambler namens Charles Wells, der auch als Gauner bekannt war. Er war wahrscheinlich der erste, der versucht hat mit einem Schneeballsystem Geld zu verdienen. Charles wurde 1841 in der englischen Region Herfordshire geboren. Sein Vater hatte denselben Namen und war von Beruf passionierter Dichter, seine Mutter hieß Emily.

Angeblich war Charles Wells ein Reisender, der sich nie für einen Job entscheiden konnte. Er hat seine Karriere in den Werften von Marseille angefangen und ist dann als Bastler und Erfinder bekannt geworden. Er ist nach Großbritannien gezogen, nachdem er von einem französischen Gericht für Betrug verurteilt wurde. Charles hat den Bau einer Eisenbahn versprochen aber ist mit dem Geld seiner Investoren abgehauen. Ein großer Unterstützer verlor ganze 19.000 Pfund (heute wären das fast 2 Mio Pfund) an den Betrüger.

Charles wollte für fast 200 seiner Erfindungen ein Patent anmelden. Die Idee, die ihn reich machen sollte, war eine musikalische Springschnur. Für viele seiner Ideen hat er zwar Unterstützer gefunden, aber es ist ihm oft nicht gelungen mehr als ein paar hundert Pfund zu verdienen – was damals jedoch einiges an Geld war. Meistens waren seine Patente betrügerisch und nur darauf ausgelegt, ihm Geld einzubringen. Seine musikalische Springschnur war aber ein realisierbares Projekt und er konnte damit mehrere tausend Pfund von Investoren sammeln.

Natürlich, wie Du es Dir von einen Gauner erwarten würdest, hat Charles Wells nie beabsichtigt, das Geld seiner Investoren für seine Projekte zu verwenden. Stattdessen versuchte er es in Monte Carlo im Casino zu vermehren und erhoffte sich Luxus, ohne hart dafür arbeiten zu müssen.

Im Sommer 1891 betrat Charles Wells, mit seinen erschwindelten 4,000 Pfund das weltbekannte Monte Carlo Casino in Monaco. Er versuchte an einem Roulettetisch sein Glück. Ganze elf Stunden später hat er insgesamt 12 Mal die Bank gesprengt („break the bank“) und damit über eine Million Francs verdient. Mit „die Bank sprengen“ meint man nicht wirklich das Ocean’s 11 Szenario, sondern es bedeutet, dass beim Roulette die Jetons eines bestimmten Tisches aufgebraucht wurden. Die Jetons werden dann vom Casinopersonal wieder aufgefüllt und das Spielen kann fortgesetzt werden. Wells schaffte bei seiner ersten Casino-Session 12 Mal, die Kapazität an Chips an seinem Tisch auszuschöpfen.

Das sollte nicht das letzte Mal sein, dass Wells die berühmten Hallen des Monte Carlo Casinos betrat. Im November desselben Jahres kam er zurück, um nochmals Chaos anzurichten. Dieses Mal hat er allerdings drei Tage gebraucht, anstatt nur elf Stunden. Jedoch konnte er das in Kauf nehmen, da er wieder eine Millionen Francs gewonnen hat.

Natürlich gab es auch wüste Unterstellungen über seine Spielstrategie, ebenso wie Vorwürfe des Betrügens. Allerdings konnte niemand beweisen, dass Wells das Spiel manipuliert hat, also wurde er auch nicht bestraft. Obwohl er ein Betrüger war, hat er im Casino das Glück auf seiner Seite gehabt und ohne zu betrügen gewonnen.

Beim dritten Mal in Monte Carlo hat ihn das Glück allerdings verlassen. Die Bank konnte er zwar erneut wieder mehrmals sprengen, aber im Unterschied zu seinen ersten zwei Erfolgen, schaffte er es seinen ganzen Gewinn wieder zu verspielen. Außerdem verlor er das Geld seiner Investoren, welche er wieder einmal hinters Licht geführt hatte.

Es sollte noch schlimmer für Charles Wells kommen, als er – wieder zurück in Frankreich – in Le Havre schließlich verhaftet wurde und an England ausgeliefert wurde. In England wurde er zu acht Jahren in Haft verurteilt. Danach folgten noch einmal drei Jahre im Gefängnis. Dann wollte Charles sein Glück wieder in Frankreich versuchen, aber die Behörden hatten schon ein Auge auf ihn gerichtet und so kam es, dass er abermals für fünf Jahre ins Gefängnis kam.

Danach ist Charles bis zum Ende seines Lebens in Frankreich geblieben, bis er schließlich als armer Mann in Paris starb. Von den Millionen aus Monte Carlo ist ihm nichts übrig geblieben. Vermutlich würde heute keiner mehr seinen Namen kennen, aber das Lied, der Film und das Buch mit dem Titel „The Man Who Broke The Bank At Monte Carlo“ erinnern noch heute an ihn. Die Geschichte von Charles Wells ist zweifellos einzigartig, aber ich würde raten, dass Du Dir kein Beispiel daran nimmst.





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